Die Geschichte des Weinbaus in Schloß Vollrads reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Einer Urkunde aus dem Mainzer Stadtarchiv zufolge wurden bereits am 18. November 1211 Weine an das St. Viktorstift verkauft. Als wertvolle Handelsware wurden die Vollradser Weine bereits im Mittelalter in die Städte am Niederrhein und nach Norddeutschland exportiert. Sie wuchsen auf denselben Südlagen halbkreisförmig um das Schloss herum, die noch heute vom Gut bewirtschaftet werden. Das Geschlecht derer von Greiffenclau hat viele bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht, darunter Erzbischöfe und Kurfürsten von Mainz und Trier und Fürstbischöfe von Würzburg. Mit Erwein Graf Matuschka-Greiffenclau († 1997) ging die fast 800-jährige Familientradition des Weinbaus in Vollrads zu Ende. Heute führt die Nassauische Sparkasse Schloß Vollrads und die dazugehörigen Weinberge als historische Einheit fort. Geleitet wird das Weingut heute vom Dr. Rowald Hepp (Gault Miillaut 2001 Gutsverwalter des Jahres). Heute verbindet sich diese lange Tradition mit modernsten weinbautechnischen Einrichtungen und sorgsamer Pfl ege der Vollradser Weine. So sind auf 58 Hektar Weinbergen ausschließlich Rieslingreben gepflanzt, die wohl edelste Weißweinsorte in Deutschland. Dieser konsequente Rieslinganbau, die Begrenzung der Erntemenge durch den Rebschnitt, die umsichtige Pfl ege der Weinberge nach den neuesten Erkenntnissen, späte, selektive Lese und der schonende Ausbau der Weine sind die wichtigsten Maßnahmen, die zur Erreichung bester Weinqualität in Schloß Vollrads ergriffen werden. Der Kellermeister ist darauf bedacht, fruchtige, rebsortentypische Rieslingweine auszubauen und alle Aromen und Mineralien, die die Natur den Trauben geschenkt hat, zu erhalten.