Was sich liebt, das neckt sich. Wie Werner Näkel und seine Frau Claudia, Lehrerin von Beruf. Er ärgert sie gern, indem er über Lehrer lästert - bei Weinproben würden diese zuerst über die hohen Preise meckern, und nach einer halben Stunde würden sie ihm erklären, wie man guten Wein macht. Die Gattin nimmt ihm den Spott nicht übel, denn Werner Näkel war selbst im Schuldienst, bevor er sich entschloss, „Reben zu erziehen statt anderer Leute Kinder“. Das war im Jahr 1982, als der Sport- und Mathematiklehrer als Ältester von vierGeschwistern den elterlichen Weinbaubetrieb in der Ahrtal-Gemeinde Dernau übernahm. Die Ahr-Rotweine entsprachen damals der deutschen Vorliebe für Liebliches und Südliches. Für die vielen Ausflügler, die das schöne Flusstal mit seinen steilen Weinbergen und malerischen Terrassen besuchten, waren die farb- und gerbstoffarmen Tropfen eine willkommene Erfrischung - für Werner Näkel waren sie „nicht zu trinken“.Der damals 29-Jährige griff auf die alten Methoden seines Großvaters zurück. Er ließ die Trauben länger auf der Maische, holte die Farbe und Kraft heraus, die ihnen der warme steile Schieferboden und das einzigartige Klima des Ahrtals verleihen und begann mit Barriques, kleine Eichenfässer für große Qualitäten, zu experimentieren. Andere junge Winzer folgten ihm, und als Näkel mit seinen 1987er Burgundern den Deutschen Rotweinpreis des Jahres 1989 gewann, brach an der Ahr nicht nur das Barrique-Fieber aus, sondern auch ein freudiges Interesse am guten Weinmachen. Dem ersten Deutschen Rotweinpreis folgten noch sechs weitere. Die „New York Times“ nannte Meyer- Näke das deutsche „Topweingut für Rotwein“. „Der Feinschmecker“ gibt ihm seit 1996 die Höchstbewertung.